Everglades National Park
Der Everglades National Park, ein für seine Reptilien und vielen Vogelarten berühmtes Feuchtgebiet erstreckt sich über knapp 5600 Quadratkilometer. In Küstenbereichen breiten sich Mangrovendickichte aus, landeinwärts folgen Salzgras - Steppen, wo sogar Kakteen gedeihen. Im Bereich der Süßwasserzuflüsse überwiegen Feuchtgebiete, aus denen Hammocks wie Inseln herausragen. Die Zypressensümpfe ertrecken sich im Norden.
Die reiche subtropische, z.T. bereits tropische Fauna und Flora ( in dieser Ausprägung einzigartig auf dieser Erde ), sowie die schwer zugängliche Wildnis sind der besondere Reiz dieser exotischen Landschaft.
Die beste Besuchszeit ist das Winterhalbjahr, vor allem gegen Ende der Trockenzeit im März / April, weil es dann nur wenige Wasserstellen gibt und sich die Tiere dort zahlreich aufhalten.
Der Haupteingang in den Nationalpark und das Visitor Center befinden sich nur wenige Meilen südwestlich von Homestead bzw. Florida City an der SR 9336. Der Eintritt beträgt rund 10$.
Entlang der Straße, die durch den Nationalpark bis an die Südküste bei Flamingo führt, sind Campingplätze angelegt. In Flamingo gibt es einen kleinen Hafen, der auch Bootstouren anbietet. Es gibt eine Lodge für Übernachtungsgäste, bei der jedoch unbedingt eine Vorreservierung nötig ist.
Bei der Fahrt duch den Nationalpark kommt man immer wieder an Abzweigungen, die zu Fußwegen durch die Glades führen. Man hat viel mehr Ruhe und Zeit, als im Auto und kann viele interessante Tiere und Pflanzen sehen. Insektenschutzmittel sollte man jedoch immer dabei haben, weil vor allem in den dichten Mangroven und Pinienwäldern eine regelrechte Mückenplage herrscht.
Erste Station der Fahrt ist der Anhinga Trail. Dort gibt es auch einen kleinen Laden, wo man sich gute Lektüre über den Park und seine Bewohner kaufen kann. Auf dem ersten Stück des Weges sollte man unbedingt die Augen nach Schlangen aufhalten, besonders nach der "Southern Black Racer", die am häufigst vorkommende Schlangenart. Zudem gibt es auch kleinere Tümpel, wo sich auch mal gerne Wasserschlangen wie die Coral Snake oder die Wassermokassinschlange aufhalten. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, da diese Arten höchst giftig sind. Weiter hinten kommt man auf einen Holzsteg, auf dem man in der Regel immer Alligatoren sieht. Häufig liegen sie fast direkt unter dem Steg. Beobachtet man die Wasseroberfläche, sollte man auch mit etwas Glück Schildkröten sehen, die gerade Luft holen. Eine besondere Begegnung ist die Florida Softshell Turtle, die durch ihr makantes Aussehen fasziniert. Den Namen hat dieser Trail von einem Vogel bekommen, dem Anhinga, den man eigentlich dort immer antrifft.
Fährt man anschließend weiter auf der Hauptstraße gelangt man an den Gumbo Limbo Trail, Pa-ha-okee Overlook Trail, Mahagony Hammock Trail und den West Lake Trail, auf denen man die unterschiedlichen Umgebungen der Everglades ebenfalls zu Fuß erkunden kann. Ein guter Tipp ist auch die Ausfahrt zum Long Pine Key, bei dem man einen Fußweg durch einen großen Pinienwald machen kann und mit viel Glück auf die giftige Eastern Diamondback Klapperschlange und eine Zwergklapperschlangenart trifft.
Auf der Fahrt durch den Park sollte man auch die Augen immer auf die Straßen richten, da sehr oft Schildkröten, Schlangen oder Waschbären die Fahrbahn kreuzen. Einen Schwarzbären, oder den schon fast ausgestorbenen Florida Panther kriegt man jedoch in der ganzen Zeit des Parkbesuchs wohl kaum zu Gesicht.
In Flamingo angekommen sollte man unbedingt am Hafen entlang gehen. Dort trifft das brackige Süßwasser auf das Salzwasser vom Golf von Mexiko. Mit viel Glück sieht man mitten im Hafen Manatees oder auch das sehr seltene amerikanische Krokodil.
Für den ganzen Tag im Everglades National Park sollte man sich viel Zeit nehmen, Geduld haben und besser zweimal hinsehen, sonst verpasst man vielleicht noch irgendetwas.
Weiter nördlich liegt der zweite Haupteingang der Everglades, Everglades City. Von hier aus kann man eine mehrtägige Kanufahrt quer durch die "Glades" machen, bei der man mitten in den Mangroven die Nacht verbringt und noch unberührte Natur zu sehen bekommt. Leider habe ich dieses Erlebnis noch nicht selbst mitgemacht, habe es mir aber für die Zukunft fest vorgenommen.
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